NUR EINE HANDVOLL VERSE 

 

das abgebrochene patience-kartenspiel 

lippenstiftrouge am tequila-sunrise

die zerkratzte freddy-mercury-platte 

ein eselsohr im dreigroschen-roman 

 

lass es zu worte kommen,

das übersehene, überhörte, übergangene -

eine zweite chance

für das nur-so-nebenbei

 

LETZTENS ...    

 

 

QUERZERDACHTES (19)

 

PLAGIAT:

Da hatte jemand anders denselben Einfall wie ich – nur eben vor mir

 

VORURTEIL:

Hab’ ich nicht. Brauch’ ich nicht. Weiß schon auf den ersten Blick immer mehr als genug.

 

KONTEXT

Blitzableiter, wenn das So-Gemeinte auch als So-Gemeintes missverstanden wurde

 

LADENHÜTER:

Wer schreibt, der bleibt

 

FRAUENQUOTE:

Etwas Gesetzliches, was es nur per High-Heels bis auf Augenhöhe schafft

 

AMNESIE:

Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt – a. D.

 

WAHLVERSPRECHEN:

So weiß der verschaukelte Bürger späterhin nicht nur, ob oder dass - sondern vor allem wo und wie

 

TRICK 17:

Kippe zwischen dem 15. und 16. Bier schon mal das letzte, dann bist du früher zu Hause

 

(Januar 2018)

 

ALLE JAHRE WIEDER EIN JAHR

 

... so ein Quantum Zeit

von

365 d 5 h 48 min 45,261 s

resp.

365,24219052 Tage

d.h.

in der Dicke

ca. 21-35 mm Abreißkalender

oder

vereinfacht & gerundet

das Stück Leben

zwischen

Wiener Radetzky-Marsch

und

Dinner-for-One

(HUMOR - Januar 2018)

 

IN DER WEIHNACHTSDICHTEREI

 

Süßer Gedichte nie klingen

Als eben zu dieser Zeit,

Schwärme von Dichtern besingen

Winterwald, Glühwein und Freud’.

Was sie geschrieben in seliger Nacht,

Zwischen Lametta und Engeln vollbracht -

Weihnacht’ mit wohligem Klaa-ang

Funkelt die Erde entlang.

 

O, wenn dann Reime entspringen,

Schnell sie der Dichter erhört,

Tut sich zur Feder hin schwingen

Wie von der Muse betört.

Flocken und Glocken - das reimt sich schon sehr,

Kerzen und Herzen – das wärmt noch viel mehr,

Feierlich froher Gesaa-ang

Kling’lingt mit Kling und mit Klang.

 

Dichter, erfreuet uns alle

Über die Lande so weit

Und bejauchzet die pralle

Zuckerguss-Heimeligkeit:

Tannen und Weihnachtsgans duften vor Glück,

Sterne und Hirten, sie lächeln zurück –

So klingt’s mit knuddligem Klaa-ang

Lüüürisch die Erde entlang.

 

 

 

Süßer die Glocken nie klingen

(Friedrich Wilhelm Kritzinger – 1816-1890 /

 thüringische Volksmelodie)

 

Süßer die Glocken nie klingen

als zu der Weihnachtszeit,

’s ist, als ob Engelein singen

wieder von Frieden und Freud’.

|: Wie sie gesungen in seliger Nacht, :|

Glocken mit heiligem Klang,

klinget die Erde entlang!

 

O, wenn die Glocken erklingen,

schnell sie das Christkindlein hört:

Tut sich vom Himmel dann schwingen

eilig hernieder zur Erd’.

|: Segnet den Vater, die Mutter, das Kind, :|

Glocken mit heiligem Klang,

klinget die Erde entlang!

 

Klinget mit lieblichem Schalle

über die Meere noch weit,

dass sich erfreuen doch alle

seliger Weihnachtszeit.

|: Alle aufjauchzen mit herrlichem Sang! :|

Glocken mit heiligem Klang,

klinget die Erde entlang!

 

(SATIRE - Dezember 2017)

 

DIESES UND JENES

(Klapphornverse)

 

Es streiten zwei der Zehn Gebote

Sich wegen ihrer Einschaltquote:

Das 6. gibt nicht so viel her,

Das 8. demnach um so mehr.

*

Ein dufter Ausschnitt-Tattoo hat

Die Blicke und die Sprüche satt

Ein anderes, ein Arschgeweih,

Dem geht das einfach da vorbei.

*

Ein Fragezeichen fragte sich:

Warum, zum Teufel, gibt es mich?

Somit war auch ein zweites da

Und sprach zu ihm: Jetzt weißt du’s ja!

*

Dann zwei Gerüchte in der Patsche ...

Das erste war rotzfrech’ Geklatsche,

Das zweite dementierte man –

Hier war wohl etwas Wahres dran.

 

(HUMOR - Dezember 2017)

  

„ Wenn Politiker und Promis über ihre Aussagen stolpern“ - FAZ

 „ (...) laviert in der Defensive“ - Der Spiegel

 „aus dem Kontext gerissen und falsch dargestellt“  - zeit.de

 

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DER AUSRUTSCHER

 

Beim ersten ...

Hey, Mann,

ist das hier glitschig!

 

Beim zweiten ...

Ach nee,

schon wieder glatte Sohlen!

 

Und irgendwann so ab dem dritten

liegts doch wohl an den eignen Schritten

 

(SATIRE - November 2017)