... das abgebrochene patience-kartenspiel ...

... lippenstiftrouge am tequila-sunrise...

... die zerkratzte freddy-mercury-platte ...

... ein eselsohr im dreigroschen-roman ...

 

lass es zu worte kommen,

das übersehene, überhörte, übergangene -

eine zweite chance

für das nur-so-nebenbei

 

LETZTENS ...    

 

 

DER ITSCH UN DER ATSCH

 

Zoff und Zank und Streiterei -

Backenpfeife, aus, vorbei!

Flitsch, flatsch!

 

In der Fahrradkette kleine,

Nur so klitzekleine Steine.   

Kritsch, kratsch!

 

Hast du es noch nicht gerochen?

Ich, ich musste heute kochen.

Mitsch, matsch!

 

Hund hat hinten zugebissen,

Mir den Hosenpo zerrissen.

Ritsch, ratsch!

 

Fisch am Haken reißt voll Zorn

Angler mit der Schnur nach vorn.

Plitsch, platsch!

 

Ja, so treiben Itsch und Atsch

Ihren Quitsch und ihren Quatsch!    

 

(KINDER-ECKE - Juni 2017)

 

KLOSTERNACHT

(frei nach „Mondnacht“

 von Joseph Freiherr von Eichendorff / 1788 – 1857)

 

Es war, als hätt’ der Pater

Die Nonne nur geküsst,

Dass sie des Abends immer

Von ihm nun träumen müsst’.

 

Der Mond schien durch die Luke,

Die Kerze wogte sacht -

Es lauschten leis die Wälder,

So prickelnd war die Nacht.

 

Und eine Taube spannte

Flugs ihre Flügel aus:
Ach, hoffentlich bleib’ ich heut’

Mal aus der Nummer ’raus ...

 

 

Mondnacht

(Joseph Freiherr von Eichendorff)

 

Es war, als hätt' der Himmel

Die Erde still geküßt,

Daß sie im Blütenschimmer

Von ihm nun träumen müßt'.

 

Die Luft ging durch die Felder,

Die Ähren wogten sacht,

Es rauschten leis die Wälder,

So sternklar war die Nacht.

 

Und meine Seele spannte

Weit ihre Flügel aus,

Flog durch die stillen Lande,

Als flöge sie nach Haus.

 

(HUMOR - Mai 2017)

 

DIE MENSCHHEIT DER ENTWICKLUNG

 

Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,

behaart und mit böser Visage.

Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt*

und die Welt kultiviert und aufgestockt

mit ’ner tollen Entourage:

 

   von apparenten Prominenzen,

emergenten Kompetenzen,

omnipräsenten Subsistenzen

 

über eminente Ingredienzen,

opulente Effizienzen,

eloquente Hochpotenzen

 

bis hin zu persistenten Referenzen,

multivalenten Evidenzen,

gar magnifizenten Quintessenzen ...

 

So haben sie sich feudal kunterbunt

als Menschheit dann selbst neu erschaffen.

Doch davon mal abgesehen und

bei Lichte betrachtet sind sie im Grund

noch immer die alten Affen.*

 

(*Die Entwicklung der Menschheit“ – Erich Kästner, 1932)

(SATIRE - Mai 2017)